Rahmenbedingungen schaffen – Lehrkräfte vernetzen

Interview mit Dr. Birgit Ossenkopf, Stiftung „Bildung und Gesellschaft“

Achim Halfmann

Der Stifterverband engagiert sich in den Handlungsfeldern Bildung, Wissenschaft und Innovation. Im Jahr 2013 wurde die Stiftung „Bildung und Gesellschaft“ als Treuhandstiftung des Verbandes gegründet. Geschäftsführerin dieser Stiftung ist Birgit Ossenkopf. Mit ihr sprach das CSR MAGAZIN über das Engagement des Stifterverbandes für Schulen. Das Gespräch führte Achim Halfmann.

CSR MAGAZIN: Warum kam es zu der Gründung der Stiftung „Bildung und Gesellschaft“?

Dr. Birgit Ossenkopf: Die Tätigkeiten des Stifterverbandes lagen in der Vergangenheit schwerpunktmäßig im Hochschulbereich. Mit den Förderaktivitäten der Stiftung „Bildung und Gesellschaft“ sollen auch die anderen Bildungsbereiche abgedeckt werden. Die Stärkung des zivilgesellschaftlichen Engagements in der Bildung sowie die Stärkung von Lehrkräften sind daher zentrale Themen dieser Stiftung.

Wie tragen Sie dieses Ziel in den Unterrichtsalltag?

Dazu haben wir vor allem drei Projekte: Der Primus-Preis ist ein monatlich vergebener kleiner Preis für zivilgesellschaftliche Initiativen im Bildungsbereich. Mit dem Deutschen Lehrerforum, einem gemeinsam mit anderen Stiftungen und gesellschaftlichen Organisationen umgesetzten Programm, bieten wir besonders engagierten Lehrkräften eine Plattform für den Austausch. In den beiden letzten Jahren waren dort die Themen „ „Zukunftskompetenzen“ und „Demokratiebildung“ das Motto.

Und in dem hochaktuellen Programm „Schule in der digitalen Welt“ des Stifterverbandes können wir im Rahmen der nationalen Initiative „Future Skills“– in Ergänzung zur technischen Ausstattung durch den DigitalPakt des Bundes – Schulen zwei Jahre lang darin unterstützen, eigene Medienkonzepte zu entwickeln bzw. umzusetzen und Schulentwicklung in der digitalen Welt voranzutreiben. Hierzu wurden nach einer bundesweiten Ausschreibung aus einer großen Zahl an Anträgen 18 Schulen ausgewählt, die jeweils mit einer lehrerbildenden Hochschule kooperieren. Diese Tandems erhalten finanzielle Mittel und haben das Netzwerk “Schule in der digitalen Welt“ gegründet, das Peer-to-Peer-Beratung und die Unterstützung durch externe Coachingpartner anbietet. Die inhaltlichen Schwerpunkte kommen dabei von den Schulen, und wir arbeiten in dem Programm mit zivilgesellschaftlichen Partnern wie der Pacemaker-Initiative oder dem Education-Innovation-Lab zusammen.

Unter dem Dach des Stifterverbandes gibt es auch die „Games-Academy“.

Das Programm „GamesTalente“ wird von der Tochtergesellschaft des Stifterverbandes, „Bildung und Begabung“ in Kooperation mit der Stiftung Digitale Spielekultur erstmals 2019 durchgeführt. Jugendliche zwischen 13-16 Jahren konnten im Rahmen eines Wettbewerbs zeigen, inwiefern sie Spiele entwickeln, Designs entwerfen oder auch Storyboards bauen können. Die besten Beiträge wurden prämiert und die Sieger können im Oktober während einer einwöchigen GamesTalente–Akademie gemeinsam mit Experten ihre Ideen und Kompetenzen weiterentwickeln und konkrete Werkstücke erarbeiten. Diese werden der Öffentlichkeit zum Ende der Akademie – Woche vorgestellt.

Warum ist die digitale Bildung in Schulen ein wichtiges Thema für den Stifterverband?

Die digitale Transformation findet in allen Lebens- und Arbeitsbereichen statt. Lernende und Lehrende kommen in ihrem privaten Umfeld ständig in Kontakt mit digitalen Technologien. Im Kontrast dazu zeigen zahlreiche Befragungsergebnisse, dass angehende Lehrkräfte fast überall aktuell noch einen Abschluss erhalten können, ohne etwas mit Digitalisierung zu tun zu bekommen. Das war der Anreiz für den Stifterverband, etwas zu unternehmen. Dabei wollen wir keine Inhalte vorgeben, sondern Rahmenbedingungen für innovative Lehrkonzepte und neue Curricula schaffen. Wir wollen Akteure vernetzen – der Stifterverband bietet ein weitreichendes Netzwerk.

Herzlichen Dank für das Gespräch!

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